Kaspar Hauser zwischen Liebestat und Hass
Eckart Böhmer

Kaspar Hausers Liebestat

und deren Gegenbild im 20. Jahrhundert

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Zwei Vorträge und eine kurze Erzählung

Kaspar Hauser (1812–1833) ist eine außerordentlich komplexe Wesenheit, deren erfüllte Mission schwer zu greifen ist, da nicht irdisch messbar. Sie gründet in einem dreifachen Liebesopfer, das durch seine Innigkeit Größtes aufrecht zu erhalten vermochte: den werdenden Menschen an sich. Diesem Mysterium widmet sich in aller möglichen Tiefe der erste Vortrag.

Im zweiten Vortrag wird dann das diametrale Gegenbild hierzu ins Bewusstsein gehoben, das sich im 20. Jahrhundert ereignete und das durch den Begriff des «Hasses» am treffendsten zu greifen ist. Dieser war gewaltig, und doch vermochte er nicht, den durch das «Kind Europas» im 19. Jahrhundert geschehenen Impuls aufzuheben. Bei all diesem geistigen Forschen ist die anthroposophische Geisteswissenschaft Rudolf Steiners von unschätzbarem Wert.

Das literarische Wort, das diesen Band abschließt, spricht von einer innigen Begegnung Kaspar Hausers mit einem sakralen Kunstwerk, das ihn in Berührung bringt mit der Frage nach seinem Vermächtnis.

Eckart Böhmer, Intendant der Kaspar-Hauser-Festspiele, Regisseur, Referent und Autor, wurde 1966 in Santiago de Chile geboren. Über den Beruf des Vaters (Dozent am Goethe-Institut) waren die Eltern nach Südamerika gekommen. Es folgten Frankreich, Marokko, Deutschland und Brasilien. Bereits 1986 hält er in Sao Paulo die Abiturrede über Kaspar Hauser.

Nach dem Studium der Theaterregie in Ulm Gründung eines eigenen Theaters bei Ansbach (1991–2008 ) mit rund 50 eigenen Inszenierungen. 1998 ruft er die Kaspar-Hauser-Festspiele in Ansbach ins Leben. Die Kulturveranstaltung hat zum Ziel, das umfassende Ereignis in und um Kaspar Hauser zu erkennen und anzuerkennen, um ihn somit in die ihm gebührende Weite zu stellen. Alle Künste und Wissenschaften, die sich aufrichtig des «Kindes Europas» annehmen, gehen in dieser einzigartigen Kulturveranstaltung Hand in Hand. Er selbst brachte bisher zwölf eigene Kaspar-Hauser-Inszenierungen auf die Bühne.

Neben seiner Intendanz ist Eckart Böhmer gefragter Vortragsredner. 2016 gründete er den Kaspar-Hauser-Forschungskreis, nachdem er den Nachlass von Dr. Hermann Pies sowie umfangreiche Materialien von Johannes Mayer übertragen bekommen hatte. 2018 erhielt er für sein jahrzehntelanges Wirken den Kulturpreis der Stadt Ansbach.

Siehe auch www.kaspar-hauser.net

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