Die Christengemeinschaft wurde 1922 in einer Aufbruchs-Zeit geboren. Ihre Gründerinnen und Gründer haben die Christengemeinschaft als etwas Einzigartiges erachtet. Woher sonst wäre bei den größtenteils blutjungen Persönlichkeiten im Jahr 1922 der Impuls und auch der Mut gekommen, die „Bewegung für religiöse Erneuerung“ zu gründen?
Gleichzeitig sah man sich von Beginn an als Teil einer Christenheit, die sich nicht untereinander bekämpfen, sondern unterstützen sollte. Im Laufe der ersten hundert Jahre hat diese Bewegung, die sich nicht zuletzt dadurch auszeichnet, die erste Kirche zu sein, in der Frauen und Männer von Anfang an gleichberechtigt waren, immer mehr Profil gewonnen.
Nach seiner Studie über die Christengemeinschaft im Nationalsozialismus legt Frank Hörtreiter hier jetzt einen Gesamtüberblick zur Entwicklung der Christengemeinschaft vor. Viele bisher unveröffentlichte Quellen spiegeln den Einfallsreichtum, aber auch die Anfangsschwierigkeiten und Unvollkommenheiten einer Gemeinschaft wider, die erst allmählich zu festen Gemeinschaftsformen und zur echten Zusammenarbeit gefunden hat.