Zeitschrift Die Christengemeinschaft

Jüdische Wurzeln des Christentums (PDF-Ausagbe)

Ausgabe Juni 2026

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Die Beiträge des Juniheftes der Christengemeinschaft wollen ein Bewusstsein schaffen. Da lässt sich viel entdecken und über manches staunen.

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»Wenn wir von den Wurzeln unseres religiösen Lebens sprechen, dann scheint es selbstverständlich zu sein, dass das Christentum aus dem Judentum entstand. Gar nicht so selten suchen wir Hilfe bei Praktiken, Bräuchen und Traditionen des heutigen Judentums, um uns die Lebenswelt des Christus Jesus besser vorstellen zu können. Nun ist es zwar so, dass die Juden der damaligen Zeit nach den mosaischen Gesetzen lebten, aber gewiss nicht in der Form, wie das dann später fortentwickelt wurde oder gar wie es heute lebt.

Dazwischen liegen auch im Judentum zweitausend Jahre Entwicklung, nicht zuletzt durch die Zerstörung des Tempels durch die Römer eine Generation nach Golgatha, durch den Talmud, der erst nach dem Christusereignis entstand, und durch die Jahrhunderte im Exil, in denen man sich bemühte, die Formen trotz der Zersplitterung im Äußeren auch ohne den Tempel zu bewahren. Trotzdem stellen wir uns oft das Judentum in neutestamentarischen Zeiten dem heutigen Judentum sehr ähnlich vor. Ich hörte einmal einen Pfarrer im Religionsunterricht davon sprechen, dass doch im Hause des Zimmermanns Josef von Nazareth sicherlich auch ein Exemplar des Alten Testamentes stand, so dass der kleine Jesus mit diesen Geschichten aufwuchs …« (Ilse Wellershoff-Schuur: Abrahams Kinder)

Sehr viel war damals anders, als wir uns das heute vorstellen. Dass Jesus Jude war, wissen wir zwar, machen es uns aber nicht immer bewusst. Dass auch alle Texte des Neuen Testaments aus einer Zeit stammen, in der es das Christentum, wie wir es heute kennen, noch gar nicht gab, ist uns nicht immer klar. Hier wollen die Beiträge des Juniheftes der Christengemeinschaft ein Bewusstsein schaffen. Da lässt sich viel entdecken und über manches staunen. Und zugleich besinnen wir uns auf die von damals bis heute gültigen und tragenden Gemeinsamkeiten.

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