Norwegen war Vorreiter bei der konsequenten Digitalisierung an Schulen – und für viele darin ein Vorbild. Doch die ersten Langzeitstudien zeigen dramatische Folgen und haben eine brisante gesellschaftspolitische Debatte entfacht. Was können wir daraus von Norwegen lernen?

Maja Lunde, Bestsellerautorin und Mutter dreier Schulkinder, beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit dem Thema der Digitalisierung. Sie hat die neuesten Studien analysiert und beschreibt, warum Schlaf, körperliche Aktivitäten, Natur- und Gemeinschaftserlebnisse für das psychische Wohlbefinden entscheidend sind. Doch die Tech-Industrie ignoriert diese Werte.
Leidenschaftlich, aber ohne moralischen Zeigefinger entwirft Maja Lunde einfach umzusetzende Maßnahmen, mit denen Eltern die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder (und oft auch ihre eigene) reduzieren können. Sie macht Mut und gibt uns Hoffnung, etwas ändern zu können. In manchen Ländern (zum Beispiel Australien) beginnt gerade ein politisches Umdenken. Noch schneller geht es, wenn jeder bei sich zu Hause anfängt.
„Wir als Gesellschaft haben unsere Kinder zu einer Ware in der Aufmerksamkeitsökonomie gemacht, ohne uns dabei die wichtigste Frage zu stellen: Wird ihr Leben dadurch besser? Wir gewähren Kindern kostenlosen Zugang zu Apps und technischen Geräten, mit denen wir Erwachsene kaum umgehen können, zu sozialen Medien, die eine geistige Reife voraussetzen, über die Kinder und Jugendliche schlicht noch nicht verfügen, da sich ihr Gehirn noch in der Entwicklung befindet. Wir haben dazu beigetragen, dass ihnen ihre Zeit gestohlen wird. Und ihre Freiheit. Und wir haben es einzig und allein deshalb getan, weil wir glauben, das Digitale sei gekommen, um zu bleiben. Für die Schule gilt: Wir haben es getan, aus Angst, den Anschluss zu verlieren, was auch immer das heißt.“







